Fachschaft Germanistik II.

Im Sommersemester 2014 startete unsere Fachschaft. In einem früheren Artikel hat GeMa schon darüber geschrieben[1], was eigentlich eine Fachschaft ist, welche Aufgaben sie hat und was wir hier in Szeged als Fachschaft machen können. Aber inwieweit konnten wir unsere Vorhaben durchführen und umsetzen?

Unsere (aus 16 Germanistikstudierenden bestehende) Fachschaftsgruppe wollte im Rahmen eines Sprachübungseminars einige Projekte verwirklichen, die nützlich für die Arbeit einer Fachschaft sein können. Es waren einige Projekte, die dazu dienten, die Studenten über das Leben als Germanisten zu informieren. Wir haben zum Beispiel darüber geschrieben, welche Berufsmöglichkeiten wir haben, wie unsere Studienordnung aussieht oder welchen Raum man wo finden kann. Diese Texte sind auf unserer Homepage[2] zu finden und zu lesen.

Andere Projekte wurden als Ereignisse im Laufe des Semesters verwirklicht. Unser erstes Ereignis war ein Filmabend und fand am 12. März statt. Wir haben den Film Soul Kitchen gesehen. Über den Filmabend wurde auch schon in dem oben genannten GeMa-Artikel ausführlich geschrieben.

Das zweite Programm, also die Germanistenparty verdanken wir nicht nur der Fachschaft, sondern auch anderen Germanistikstudenten, vor allem aus dem zweiten Studienjahr, die sich als Orga-Team zusammengeschlossen haben. Die Party war am 18. März. Wie immer war die Stimmung sehr gut, wer da war, wurde nicht enttäuscht. Schade aber, dass nicht so viele Studenten daran teilnehmen konnten.

Am 2. April hat die Fachschaft eine MA-Infoveranstaltung durchgeführt. Wer an dem Vortrag von Dozierenden und Studierenden teilgenommen hat, kam in den Besitz lückenlos präsentierter Informationen über die verschiedenen Wahlmöglichkeiten eines Master-Studiums am Institut für Germanistik. In drei Vorträgen wurde jeweils die Dolmetscher- und Lehrerausbildung sowie das Doppeldiplom Kassel-Szeged vorgestellt und alle Fragen beantwortet. Der Raum war mit Interessenten bis auf den letzten freien Platz gefüllt, also können wir durchaus behaupten, dass die Veranstaltung gut gelungen ist.

Es gibt aber Projekte, die leider nicht in Erfüllung gegangen sind. Wir wollten zum Beispiel im Laufe des Semesters einen Bücherflohmarkt organisieren, wo man seine überflüssigen Bücher und Vorlesungsskripte untereinander hätte tauschen oder verkaufen können. Leider gab es zu viele Hürden, z.B. sind im Petőfi-Gebäude solche Veranstaltungen nicht erlaubt. Im Ady-Gebäude darf man zwar Bücher verkaufen, aber nur mit Belegzettel usw.

Einige von euch wissen schon, weil in unseren Facebook-Gruppen geworben wurde, dass es den Bücherflohmarkt im Moment nur online geben kann. Wir haben eine Bücherliste[3] (über die Bücher, die unsere Mitstudenten verkaufen möchten) gemacht, die auch auf der Homepage steht. Interessierte können dann direkt mit den Besitzern Kontakt aufnehmen oder melden sich bei der Fachschaft. Es lohnt sich aber, den Bücherflohmarkt wirklich ins Leben zu rufen, weil es viel mehr Spaß macht, ein Buch zu kaufen, wenn man es vor dem Kaufen auch durchblättern kann.

Beim Projekt Raumdekoration war die Zielsetzung, unsere frisch renovierten Räume im Petőfi-Gebäude ein bisschen persönlicher zu gestalten. Da die Wände gerade erst gestrichen wurden, kam die Fachschaft auf die Idee, stattdessen die Vorderseiten der Bänke mit Wandtatoos (Silhouetten deutscher Städte und Sehenswürdigkeiten, linguistische Fachbegriffe) zu schmücken. Es hat sich aber so ergeben, dass die Firma, bei der wir die Aufkleber bestellen wollten, bis zum Ende der Vorlesungszeit noch keine Antwort gab, trotz mehrmaliger Nachfrage. Dieses Projekt ist also noch offen für die nächste Fachschaftsgeneration.

In unserer Fachschaftsgruppe sind fast alle im dritten Studienjahr. Deswegen sucht unsere Fachschaft neue Mitglieder! Möchtest du dich auch in der Fachschaft engagieren? Dann schreib uns eine Email[4]! Du kannst auch Tímea Kis-Szabó aufsuchen, wenn du dich in der Fachschaft engagieren möchtest. Sie wird im nächsten Semester mit einer Gruppe weiterer Freiwilliger die Arbeit der Fachschaft fortsetzen. Wer Lust hat bei der Fachschaft freiwillig mitzumachen, ist bei uns herzlich willkommen! Wir freuen uns auf dich!

/Erika Szilágyi/


[1] http://www.gema.hu/2014/03/fachschaft-germanistik/
[2] http://fg-uniszeged.mlap.hu/

[3] http://fg-uniszeged.mlap.hu/html/26128664/render/bucherliste

[4] fg.uniszeged@freemail.hu

 

Péter Nádas erhält den Würth-Preis

Der ungarische Autor Péter Nádas erhielt den mit 25 000 Euro dotierten Würth-Preis. Die Preisübergabe fand am 27. März 2014 in Stuttgart statt.

Den Würth-Preis gründete Reinhold Würth im Jahre 1987. Er wird alle zwei Jahre vergeben. Der Stifter wünscht, die europäische Kultur im weitesten Sinne zu unterstützen. Er gründete so z. B.  bis 2008 dreizehn Museen, in denen seine Privatsammlung ausgestellt wird. Diese Sammlung gehört zu den bedeutendsten europäischen Privatsammlungen. Sie umfasst 12.500 Gemälde von Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts. Ähnlich intensiv fördert Reinhold Würth aber auch die europäische Literatur. Mit dem Würth-Preis werden laut Stiftungsvorgaben Personen ausgezeichnet, die „im Schnittpunkt unterschiedlicher Kulturen arbeiten, die sich mit europäischen Kulturtraditionen auseinandersetzen oder sich Problemen widmen, die in ihrem Land erst durch europäische Einflüsse entstanden sind.“ Péter Nádas ist der neunte Autor, den die Jury mit dem Würth-Preis belohnt hat.

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In der Fachliteratur heißt es: Péter Nádas[1] schreibt „mitteleuropäische Romane“. Der deutsche Roman fasse die Charakteristika von Mitteleuropa zusammen und Nádas könne dieses Kulturerlebnis vollkommen erfassen. Er habe in ungarischer Sprache deutsche Romane geschrieben. Nicht nur, weil viele seiner Geschichten in Deutschland spielen, sondern auch, weil seine Geschichten als Dialog mit der deutschen Kultur betrachtet werden können.

Sein Lebenswerk vertritt einen anderen und neuen Weg in der Literatur, manche Kritiker vergleichen Nádas wiederum mit Joyce, Proust oder Tolstoi. Er will aber den Roman des 19. und 20. Jahrhunderts erneuern, weil seiner Meinung nach Romane, „in denen die Figuren geboren werden, heiraten, ihre ehelichen Konflikte haben und sterben, als ob dies ein kausaler Zusammenhang wäre, […] todlangweilig [sind]“[2]. Er wolle sich bei seiner Arbeit an Werken jedoch nicht langweilen, sondern eher grundsätzlicheren, wichtigeren Lebenserfahrungen nachgehen. Eigenartig ist bei ihm sogar die lupenartig realistische Nahaufnahme, was uns an seine Vergangenheit, also an seine Arbeit als Fotoreporter erinnert. Zwischen 1969 und 1977 wurde die Publikation seiner literarischen Werke durch die Zensur in Ungarn verhindert. In dieser Zeit war er als Journalist und als auch Fotoreporter tätig.

Péter Nádas ist „einer der großen europäischen Schriftsteller“, so hat die Jury ihre Nominierung begründet. Er ist jedoch nicht nur in Europa, sondern auch in Übersee durch seine Werke Ende eines Familienromans (1977), Buch der Erinnerung (1986) und sein Meisterwerk, an dem er 18 Jahre lang gearbeitet hat, Parallelgeschichten (ungarische Originalausgabe 2005, deutsche Version 2012) bekannt.

Den ersten Würth-Preis erhielt ein deutscher Schriftsteller, Hermann Karl Lenz im Jahre 1998. Unter den Preisträgern sind ferner die Namen von Claude Vigée (Frankreich), Claudio Magris (Italien), Harald Hartung (Deutschland), Herta Müller (Rumänien), Peter Turrini (Österreich), Illija Trojanow (Bulgarien) und Hanna Krall (Polen) zu lesen. Ab jetzt steht auf dieser Liste auch der erste ungarische Autor Péter Nádas.

Bilderquellen: irodalmiolvasoterem.blogspot.comwww.freundederkuenste.de

/Erika Szilágyi/



[1]
                        [1] Balassa Péter: Nádas Péter, 1997, Pozsony, Kalligram Kiadó (online: Digitális Irodalmi Akadémia)

[2]
                        [2] Interview mit dem Schriftsteller Péter Nádas: „Der Tod war das schönste Erlebnis“ http://www.cicero.de/salon/der-tod-war-das-schoenste-erlebnis/48272

Fachschaft Germanistik

Was ist eigentlich eine Fachschaft? Welche Aufgaben hat eine Fachschaft? Was werden wir hier in Szeged als Fachschaft machen?

Während der Kursaufnahme sind alle Germanisten auf die Sprachübung Fachschaft gestoßen. Mit vollem Recht erhebt sich die Frage, was soll man unter dem Namen Fachschaft verstehen? Fachschaft ist eigentlich eine Institution der studentischen Selbstverwaltung und Interessenvertretung an Universitäten. Ihre Aufgabenbereiche variieren sehr stark von Universität zu Universität, von Fachschaft zu Fachschaft. Es gibt aber einige Aufgaben, die allgemein wichtig sind: unter allem Informationen über das Studium (BA, MA, Major, Minor) und über die Prüfungen sammeln, Hilfe beim ETR-System bieten, Kontaktmöglichkeiten vermitteln und Veranstaltungen wie zum Beispiel Fachschaftsparty, Weihnachtsfeier, Semestereröffnungsparty und Semesterabschlussparty organisieren.

Im Sommersemester 2014 startet unsere Fachschaft Germanistik im Rahmen einer Sprachübung an der Universität Szeged (Kursleiterin: Charlotte Klein). Unsere Gruppe besteht aus 16 Germanistikstudierenden. Wir möchten einige von den oben angeführten Projekten verwirklichen. Und natürlich haben wir auch andere Pläne! Zum Beispiel möchten wir im Laufe des Semesters einen Bücherflohmarkt halten, wo man seine überflüssigen Bücher und Vorlesungsskripte untereinander tauschen oder zu einem günstigeren Preis besorgen kann.

Jeder Seminarteilnehmer hat sein eigenes Projekt, das er verantwortet, es gibt aber manches, das wir zusammen machen. Beispielsweise erstellten wir eine Homepage (http://fg-uniszeged.mlap.hu) mit vereinten Kräften. Auf dieser Homepage werden die Ergebnisse der Projektarbeit veröffentlicht. Ziel der Homepage ist, dass alle Studierenden des Instituts dadurch die Möglichkeit haben, sich über Dinge des studentischen Lebens zu informieren.

Unser erstes Ereignis, nämlich der Filmabend, fand am 12. März statt. Aufgeführt wurde der Film Soul Kitchen. Die Geschichte spielt in Hamburg, ist leicht nachvollziehbar und sehr unterhaltsam. Obwohl Soul Kitchen die erste abendfüllende Komödie des deutschen Regisseurs Fatih Akin war, war der Film im Jahre 2009 auf der Frankfurter Buchmesse eine der besten internationalen Literaturverfilmungen. Unsere Wahl fiel auf diesen Film, weil Soul Kitchen eine legere Kiezgeschichte ist, mit viel Humor im Ambiente eines Restaurants, wo die Musik viel besser als das Essen ist. Das passte sehr gut zu einem Mittwochnachmittag.

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Wir alle wissen, dass Filmabende an der Uni dafür bekannt sind, dass sie nicht so viele Zuschauer anziehen können. Ehrlich gesagt, haben wir den Film auch in einem kleinen Kreis angesehen, aber wer da war, wurde nicht enttäuscht! Unser ausdrückliches Ziel ist, mit dem Filmabend eine neue Tradition für Germanisten ins Leben zu rufen. Wir sind sehr zuversichtlich und hoffen, dass die Popularität dieser Veranstaltung wieder stärker wird und immer mehr Zuschauer dazu Lust haben werden. (Wohlgemerkt: An diesen Filmabenden gibt es kostenloses Popcorn!)

Über weitere konkrete Programme kann man sich auf unserer Homepage informieren. Wer irgendeine Idee oder Wünsche hat, kann sich bei uns per E-Mail (fg.uniszeged@freemail.hu) melden.

Jeder, der Lust hat bei der Fachschaft mitzumachen, ist willkommen!

Bilderquelle: www.zeit.de

/Erika Szilágyi/