Jobmöglichkeiten im Ausland: Au-pair – Interview mit einem Au-pair-Mädchen

Viele Jugendliche möchten heutzutage ins Ausland fahren, um dort zu jobben. Eine gute Informationsquelle, mehr über das Thema Leben und Arbeiten im Ausland aus erster Hand zu erfahren, ist Zsanna Pintér, die seit September 2016 in Österreich als Au-pair-Mädchen arbeitet. Auch sie hatte Herbstferien und ist für eine Woche nach Hause gefahren, deshalb konnte ich mit ihr dieses Interview über ihre ersten Erfahrungen machen.

GeMa: Zuerst ein paar Worte über dich… Wie alt bist du? Was studierst du? Seit wann lernst du Deutsch?
Zsanna Pintér:
Ich bin 22 Jahre alt. Ich studiere ungarische Literatur und Kultur an der Universität Szeged. Im Gymnasium habe ich Deutsch als Fremdsprache gelernt.

GeMa: Auf welchem Niveau muss man Deutsch sprechen, um eine Au-pair-Stelle bekommen zu können?
ZP:
Es hängt von der Familie ab, aber Grundkenntnisse muss man schon haben. Oft gibt es zum Beispiel ein Telefongespräch, in dem der/die BewerberIn zeigen muss wie gut er/sie die Sprache beherrscht.

GeMa: Wie bist du auf diese Idee gekommen?
ZP:
In erster Linie wollte ich mein Deutsch lebendiger machen. Ich habe bisher nur aus Lehrbüchern gelernt und jetzt wollte ich meine Deutschkenntnisse mithilfe von MuttersprachlerInnen erweitern. Eine meiner Freundinnen hat vor dem Studium als Au-pair-Mädchen gearbeitet und ihre positiven Erfahrungen haben mich motiviert.

GeMa: Wie kann man sich um einen Au-pair-Job bewerben?
ZP:
Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder mithilfe von Anzeigen oder, so wie ich es auch gemacht habe, durch eine Agentur. Ich glaube, die zweite Möglichkeit bietet mehr Sicherheit, denn die Agentur betreut das Mädchen (oder den Jungen) während des Aufenthalts im Ausland. Falls sich jemand für eine Stelle als Au-pair-Mädchen oder Au-pair-Junge wirklich interessiert, gibt es zwei nützliche Internetseiten, die mir sehr viel geholfen haben:
http://aupairhungary.hu/
https://www.rausvonzuhaus.de/.

GeMa: Wie kannst du das mit dem Studium vereinbaren?
ZP:
In Ungarn gibt es eine Möglichkeit an den Universitäten: das sogenannte Passiv-Jahr. Es bedeutet zum Beispiel für mich, dass ich jetzt in meinem dritten Semester an der Universität bin, aber trotzdem die Möglichkeit habe, ein ganzes Jahr im Ausland zu arbeiten und ab September 2017 mein Studium weiterzumachen.

GeMa: Wo wohnst du jetzt in Österreich?
ZP:
Ich wohne bei einer sehr netten Familie in Linz (Oberösterreich).

GeMa: Gefällt dir die Stadt?
ZP:
Ja, sehr. Linz bietet zahlreiche Möglichkeiten sowohl für Jugendliche als auch für TouristInnen. Die Stadt ist eigentlich nicht so groß (ca. 200.000 Einwohner), aber es gibt viele Restaurants, Kinos, ein Theater und ein großes Einkaufszentrum.

GeMa: Wurde auch ein Vertrag abgeschlossen? Wenn ja, was steht drin?
ZP:
Ja, natürlich: meine Pflichten und meine Rechte. Meine Hauptaufgabe ist natürlich die Kinderbetreuung, daneben muss ich einige leichte Hausarbeiten erledigen.

GeMa: Kannst du einige Beispiele dafür nennen?
ZP:
In meiner Familie gibt es zwei Kinder (Benedikt, 4 Jahre alt; Philipp, 5 Jahre alt). Mein Tag beginnt morgens um 7 Uhr. Ich muss beim Frühstück helfen, die Kinder anziehen und sie zum Kindergarten bringen. Um 14:45 Uhr werden die Jungs abgeholt. Es gibt dann einen kleinen „Snack” und ich spiele mit ihnen oder wir gehen zusammen auf den Spielplatz. Um 18:30 Uhr ist das Abendessen. Es gibt meistens belegte Brötchen, Salat oder kleine Gerichte. Das Abendessen muss ich immer für die Familie vorbereiten, damit wir pünktlich um 18:30 Uhr essen können. Daneben muss ich im Haushalt mithelfen, vor allem beim Waschen und beim Kochen. Die Putzfrau kommt einmal pro Woche, aber es gibt immer etwas zu tun, weil die Wohnung sehr groß ist. Am Wochenende habe ich immer frei.

GeMa: Und was bekommst du von der Familie für deine Arbeit?
ZP:
Ein eigenes Zimmer, Vollverpflegung, Krankenversicherung und die Familie bezahlt meinen Sprachkurs für ein Jahr. Als Taschengeld bekomme ich 450 Euro pro Monat.

GeMa: Also würdest du diese Jobmöglichkeit weiterempfehlen?
ZP:
Natürlich! Dies war wohl die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Ich bin selbständiger geworden und mein Deutsch wird besser und besser. Ich schätze mich glücklich, dass ich so eine nette Gastfamilie bekommen habe. Und noch ein Vorteil, den ich unbedingt erwähnen möchte: die ÖsterreicherInnen sprechen neben Hochdeutsch auch Dialekt. Dieser Dialekt war am Anfang ein bisschen schwer zu verstehen für mich, aber jetzt habe ich mich schon daran gewöhnt und das kann vielleicht später bei der Arbeitssuche sogar einen Vorteil bedeuten, wenn ich neben Hochdeutsch auch einige Dialekte der deutschen Sprache verstehen kann. Ich würde diese Jobmöglichkeit allen empfehlen, die ein bisschen Geld verdienen und daneben ihre Sprachkenntnisse erweitern möchten.

GeMa: Zsanna, ich danke dir für das Gespräch im Namen des GeMas! Ich finde das Thema sehr aktuell, nicht nur für Germanistik-Studierende, sondern auch für Jugendliche, die sich für die deutsche Sprache interessieren. Dir wünsche ich alles Gute und noch viel Spaß bei deiner Gastfamilie!

/Krisztina Sütő/

Ein merkwürdiger Weihnachtsfilm in der Filmwoche „Sehenswert/Szemrevaló”

Ein Film über Weinachten, aber etwas anders als gewohnt. Mit diesem Gefühl konnten die, die sich am 03. Oktober 2016 um 18:30 Uhr „4 Könige“, den neuen Film von Theresa von Eltz, im Belvárosi Mozi in Szeged angesehen haben, nach Hause gehen.

Zum fünften Mal bereits gab uns die Filmwoche „Sehenswert/Szemrevaló” die Möglichkeit, uns mit neuen Filmproduktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung wurde auch dieses Mal vom Goethe-Institut in Budapest, vom Österreichischen Kulturforum Budapest und von der Schweizer Botschaft organisiert.

Die Handlung des Films ist nicht so kompliziert: Lara, Alex, Timo und Fedja verbringen die Weihnachtsfeiertage in der Jugendpsychiatrie. Während die meisten anderen Kinder und Jugendlichen von ihren Familien abgeholt werden, müssen sie unter der Leitung des Psychiaters Dr. Wolff lernen, aufeinander zuzugehen. Keine einfache Aufgabe, leiden doch alle von ihnen unter ihren eigenen Problemen: Lara unter ihren desinteressierten Eltern, Alex unter ihrer depressiven hilfsbedürftigen Mutter, Fedja unter dem Trauma heftiger Gewalterfahrungen in der Schule und Timo unter seiner eigenen Aggressivität.

„4 Könige“ erzählt von vier Jugendlichen, die alle ihre eigenen Probleme haben, wenngleich ganz unterschiedlicher Art. Was sie aber verbindet, ist ihre momentane Orientierungslosigkeit: Sie „fühlen nichts“ (Lara), wissen nicht, wohin sie gehören, haben sich entfremdet von ihren Familien und anderen Menschen ganz allgemein. Sie sind EinzelgängerInnen auf der Suche, aber ohne Ziel.

Zum Publikum an diesem Abend gehörten viele GermanistikstudentInnen, und ohne Übertreibung kann ich behaupten, dass nur wenige die Handlung ohne Taschentücher verfolgen konnten. Kein Wunder: „4 Könige“ ist ein Film über die Probleme der heutigen orientierungslosen und verlorenen Jugendlichen, über ihre Sorgen, Nöte und Verletzungen. Am Ende schöpfen sie trotzdem die Hoffnung, dass auch sie ernst genommen werden und ihnen neue Zuversicht, Nähe, Geborgenheit und sogar Freundschaft geboten werden kann. Der Film gilt als Tragikomödie: er behandelt ein trauriges Thema, ist aber von warmherzigem Humor geprägt.

„4 Könige“ ist auch im Unterricht ab der 9. Klasse gut zu bearbeiten, da er insbesondere Anknüpfungspunkte für die Fächer Deutsch, Ethik/Religion und Kunst bietet. PädagogInnen finden zur Bearbeitung Begleitmaterial unter:
http://www.4koenige-derfilm.de/downloads/4_Koenige_Begleitmaterialien.pdf.

/Krisztina Sütő/

Bücherspende an die Klebelsberg-Bibliothek

Am 21. September 2016 um 13:00 Uhr versammelten sich in der Klebelsberg-Bibliothek in Szeged einige MitarbeiterInnen des Instituts für Germanistik (Dr. Tünde Katona, Dr. habil. Ewa Drewnowska-Vargáné, Dr. habil. Endre Hárs, Dr. Andreas Nolda, Christoph Beeh M.A.), Dr. habil. Erzsébet Drahota-Szabó vom Lehrstuhl für Deutsch als Minderheitenkultur und von der Seite der Klebelsberg-Bibliothek deren Leiterin Dr. Katalin Keveházi sowie die Fachreferentin Rita Szekeresné Páldi, um sich für eine großzügige Buchspende zu bedanken, die über das Kulturreferat der Deutschen Botschaft in Budapest geleistet wurde.

Ein besonderer Dank wurde Herrn Dr. Nolda ausgesprochen, der die Koordinationsarbeiten zwischen den Lehrstühlen und der Deutschen Botschaft übernommen hatte. Frau Maria Altmann, die Leiterin des Kulturreferats der Botschaft, die die Bücherspende initiiert hatte sowie auch bei der Beantragung behilflich war, konnte leider nicht anwesend sein.

Die Bibliothek erhielt Bücher im Wert von etwa 850 Euro. Dabei handelt es sich um Wörterbücher, Nachschlagewerke und verschiedene Titel linguistischer und didaktischer Fachliteratur, mit denen die Arbeit der Studierenden gefördert werden kann.
Falls ihr euch z.B. für Neuauflagen aus der Duden-Serie oder das Metzler-Lexikon interessiert, könnt ihr sie jetzt in der Bibliothek benutzen!

/Krisztina Sütő/

Übergabe der Bücherspende

Übergabe der Bücherspende