Dresscode

Provozierendes Aussehen in Bildungsinstitutionen – wo liegt die Grenze?

Früher, also vor etwa 50 Jahren war es noch ganz unvorstellbar, dass die Schülerinnen beispielsweise in kurzen Miniröcken oder mit zahlreichen Piercings zur Schule gingen. Die Lehrer waren streng und die Schüler und Schülerinnen, die die Regel nicht eingehalten haben, wurden streng bestraft, manchmal auch durch die Prügelstrafe. Doch heutzutage erlauben sich die Schüler und Schülerinnen in der Schule immer mehr und mehr, auch wenn es um ihr Aussehen geht. Zum Beispiel schminken sie sich übertrieben grell oder sie färben ihre Haare in extremen Farben. Sie haben heutzutage mehr Freiheit im Bereich der Selbstdarstellung bekommen, d.h. durch ihr Aussehen, ihre Kleidung können sie sich verwirklichen, sie können ihre Einstellungen, Persönlichkeit oder Gruppenzugehörigkeit ausdrücken.

Dieses Phänomen war bisher an Universitäten nicht besonders problematisch, sondern eher in den Mittelschulen. Doch wird sich diese Lage vielleicht verändern? Seit dem 1. Oktober 2013 gilt nämlich an der Universität Kaposvár ein Dresscode. Der Rektor der Universität möchte, dass die Studierenden dem universitären Leben „angemessen” erscheinen – das heißt mit anderen Worten: keine Shorts, keine Flipflops, außerdem sind grelle Schminke oder ein zu auffälliges Parfüm auch zu vermeiden. Bei Prüfungen soll frau ein solides, Dekolleté verdeckendes Top, dazu passend einen nicht zu kurzen Rock mit Strumpfhose tragen.dresscode_demo2

Die Studierenden waren mit dieser Einschränkung ihres Aussehens nicht einverstanden und organisierten eine Demonstration: Am 3. Oktober erschienen einige Studierende nackt zum Unterricht. Die Demonstration wurde auch von manchen Professoren unterstützt, auch wenn diese sich nicht entblößt hatten. Wie ist mit dieser Kleiderordnung umzugehen? Brauchen wir wirklich solche Regelungen im universitären Leben? Eine offene Frage, die natürlich jeder für sich selbst beantworten muss.

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Als angehende Lehrerin bin ich der Meinung, dass diese Einschränkung des Aussehens nicht eben die beste Entscheidung war. Einerseits ist es für die Studierenden an der Uni unangenehm und sogar peinlich: Sie sind ja keine kleinen Kinder mehr, denen man vorschreiben muss, was sie anziehen sollen. Außerdem wurde diese Maßnahme auch weltweit für lächerlich gehalten. Beispielsweise hat auch der BBC darüber berichtet. (BBCs Artikel zum Thema ist hier zu finden: http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-24393250)

Natürlich kann ich verstehen, wenn die Dozenten und Dozentinnen etwas dagegen tun möchten, wenn die Studierenden bei einer Prüfung in Flipflops erscheinen. Und ja, es ist natürlich auch keine Ausrede, wenn es eben Hochsommer ist. Es gibt diese ungeschriebene Regel, die jeder einhalten soll, wie zum Beispiel in einer Prüfung in angemessener Kleidung zu erscheinen. Doch dieser Vorfall mit den Flipflops in Kaposvár, der diese ganze Dresscode-Misere ausgelöst zu haben scheint, ist noch kein Grund, solch strenge Regelungen einzuführen.

Außerdem hätte man zuerst auch betrachten sollen, was das Gesetz zu diesem Thema sagt. Laut eines Gesetzes aus den 1990er-Jahren hat die Schule oder eine sonstige Bildungsinstitution, obwohl sie gleichzeitig auch ein Arbeitsplatz ist, nicht das Recht, die persönliche Freiheit der Schüler oder Studierenden einzuschränken. Das Grundgesetz sagt darüber hinaus, dass jeder Mensch das Recht hat, so auszusehen wie er will. Natürlich sind Einschränkungen möglich: Es gibt bestimmte Fälle, in denen eine Schule vorschreiben darf, wie man aussehen soll. Beispielsweise ist es berechtigt zu fordern, dass man Piercings innerhalb einer Sportstunde aus Sicherheitsgründen herausnehmen muss, aber nach der Stunde dürfen sie wieder eingesetzt werden. Außerdem darf die Schulleitung nichts verbieten, nur weil sie wollen, dass alle Schüler gleich aussehen oder weil ihnen etwas nicht gefällt.

Man darf natürlich darüber diskutieren, ob es „geziemend” ist oder nicht, wenn jemand sich stark schminkt oder eben in einem kurzen Minirock zur Schule oder zur Universität geht, aber sie deswegen zu diskriminieren oder zu bestrafen ist fragwürdig. Was könnte aber dann eine mögliche Lösung sein? Braucht man so etwas wirklich? Ich bin der Meinung, dass es kein Problem ist, wenn die Schüler in der Schule mehr Freiheit bezüglich ihres Aussehens bekommen, aber nur solange diese Freiheit die anderen nicht gefährdet oder Schaden verursacht. Und dies soll meiner Meinung nach sowohl für Mittelschulen als auch für Universitäten gelten.

Bilderquelle: http://index.hu/belfold/2013/10/03/torolkozoben_es_tangapapucsban_tuntetnek_kaposvaron/

Beitragsbild: http://www.eduline.hu

 

/Kata Komáromi/

Germanistenparty 2013

Die Germanistikstudierenden der Universität Szeged sind schon fast wie eine große Familie. Meistens verbringen wir die Zeit gemeinsam in Vorlesungen oder Seminaren. Gelegentlich treffen wir uns aber auch an verschiedenen Festen außerhalb der Universität. Beispielsweise auf der Germanistenparty, die in diesem Jahr am 10. Oktober im Zero Art Café stattgefunden hat.*

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Das Ziel der Party war, unsere KommilitonInnen und und die Dozentenschaft näher kennen zu lernen. Das heißt natürlich, dass sowohl Lehrende als auch Studierende herzlich zu der Party eingeladen waren. Um die Öffentlichkeit über die Party zu informieren, machten wir einige Plakate, die wir in den Gebäuden der Philosophischen Fakultät angebracht haben.

Die Party bot eine gute Möglichkeit, vom universitären Alltag abzuschalten und einen schönen Abend unter guten Bekannten, wie auch noch (!) Unbekannten zu verbringen. Es gab einen Wettbewerb, der aus drei verschiedenen Spielen bestand. Das erste Spiel war das sogenannte „Honfoglaló”, wobei die Teilnehmer auf einige interessante Fragen antworten mussten, und auf diese Weise Bundesländer von Deutschland und Österreich auf einer Landkarte erobern konnten.

11 Dann folgte Tabu – hier ging es darum, die Wörter auf den Kärtchen zu erklären, ohne die dazu gegebenen Stichwörter zu benennen. Am Ende haben wir noch das bekannte Activity gespielt. Das gemeinsame Thema der Aufgaben war natürlich alles, was mit „Deutsch” zu tun hat – egal, ob es um Deutschland oder Österreich, Landeskunde oder Kulturwissenschaft oder eben Schneewittchen ging.

Der Kampf unter den vier Gruppen war sehr spannend und aufregend. Die Zusammenstellung der Gruppe wurde dem Zufall überlassen, indem ein Organisationsmitglied alle Spielfreudigen angesprochen und nach dem Zufallsprinzip eine Zahl genannt hat. Es entstanden auf diese Weise Mannschaften, bei denen sowohl Studierende als auch Lehrende mit dabei waren. Zu allererst musste man als frisch zusammgewürfeltes Team einen Namen für sich finden. Gruppe 1 nannte sich: die GewinnerInnen; Gruppe 2: die JägerInnen; Gruppe 3: die Mozartkugeln, während Gruppe 4 den lustigen Namen die tauben Tauben wählte. Letztendlich gewann Gruppe 1.

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Da die anderen Beschwerde einlegten, muss im Frühling allen anderen Beteiligten die Möglichkeit zur Revanche gegeben werden. Und das ist ganz im Sinne des Organisationsteams!

Nach dem Wettbewerb gab es noch einige Geschicklichkeitsspiele und Musik mit Karaoke. Sowohl die Studierenden als auch die DozentInnen haben sich sichtlich wohl gefühlt und auch wir Organisatoren sind letztendlich sehr zufrieden mit dem Abend. Wir warten schon auf das nächste Mal, wenn wir uns wieder treffen und gemeinsam feiern!

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* Die Party wird traditionell von Studierenden überwiegend aus dem 2. Studienjahr organisiert. In diesem Jahr hatten wir einige helfende Hände sowohl aus dem 1. und 3. Studienjahr als auch aus der Lehrerschaft bekommen. Und natürlich soll auch die finanzielle Hilfe des GeMa erwähnt werden. Vielen Dank nochmals dafür! J

/Katalin Komáromi/