15-Kredit Module – Mini-Spezialisation

Von Studierenden für Studierende

Ein Thema, womit sich die Studierenden immer viel beschäftigen. In einem früheren GeMa-Artikel „Spezialisationspanik“ konntet ihr schon einen Überblick über die Spezialisationen am Institut für Germanistik bekommen, in dem Zsófia Sípos (die Verfasserin des Artikels) unter anderem erläutert, wie das Studium der Germanistik aufgebaut ist und zwischen welchen Mini-Spezialisationen gewählt werden kann.

Eigentlich findet ihr auf der Homepage des Instituts alle wichtigen Informationen zu den Mini-Spezialisationen, aber es sieht oft so aus, als würde alles da auf Chinesisch stehen, und fast immer sind sich die Studierenden über die Auswahl nicht im Klaren.

Deshalb habe ich drei KommilitonInnen über ihre Mini-Spezialisation gefragt, welche nützlichen Erfahrungen sie Euch eventuell mitteilen können. Nach einer allgemeinen Darstellung und den dazugehörigen Kursen könnt ihr auch ihre Meinungen lesen.

Die drei zurzeit angebotenen Mini-Spezialisationen sind Fremdenführung und Tourismus, Text- und Gesprächslinguistik und schließlich folgen die Monarchie-Studien.

Fremdenführung und Tourismus (GERS1)

Kurse: Kontrastive Landeskunde, Kunstgeschichte, Tourismusgeographie, Geschäftskommunikation, Kenntnisse in Fremdenführung und Veranstaltungsorganisation

In dieser Spezialisation wird vermittelt wie man als Fremdenführer oder Fremdenführerin in verschiedenen, auch nicht vorhergesehenen Situationen im Alltag umzugehen und adäquat zu reagieren hat. In den Seminaren beschäftigen sich die Studierenden mit dem Schwerpunkt kontrastiver Vergleich Österreich – Ungarn. Jedes Jahr ist auch eine Exkursion nach Österreich vorgesehen, die von den Gruppenmitgliedern in Gemeinschaftsarbeit selbst geplant, organisiert und durchgeführt werden soll.

Anikó Toldi meint dazu:  „Die Mini-Spezialisation „Fremdenführung und Tourismus“ richtet sich auf verschiedene wichtige Punkte dieses Bereichs, wie die kontrastive Betrachtung der Landeskunde von Ungarn und Österreich, die Kunstgeschichte Wiens, die Geschäftskommunikation und die Kenntnisse in Fremdenführung und Veranstaltungsorganisation. Die Kurse werden von Frau Elisabeth Peschke und Frau Dr. Csilla Mihály gehalten, und in den Seminaren werden den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern neben den Grundinformationen auch die Fähigkeiten und Kenntnisse eines guten Fremdenführers beigebracht. Ich würde diese Spezialisation  allen empfehlen, die später auch gerne in diesem Bereich arbeiten oder nur eine kleine Kostprobe dieses Berufsfeldes für 15 Kredite bekommen möchten. Auch für diejenigen, die später als Lehrer oder Lehrerinnen arbeiten werden, können diese Lehrveranstaltungen sicherlich hilfreich sein.“ 

toldi anikó

Text- und Gesprächslinguistik (GERS5)

Kurse: Linguistische Gesprächsanalyse, Gebrauchstextsorten, Wissenschaftliche Textsorten, Textsorten der Presse (Seminar), Textsorten der Presse (Vorlesung)

Die Veranstaltungen sind praxisorientiert aufgebaut, ihr könnt die neuerworbenen Kenntnisse bereits nach dem Bachelorabschluss in der beruflichen Praxis anwenden, überall, wo Kommunikation eine Rolle spielt, so zum Beispiel in der Geschäftskorrespondenz, in der Fremdenführung (im Tourismus) oder in der Medienkommunikation (Pressesprache, Werbesprache), usw.

Es folgt die Meinung von Christiana Gules:

christiana gules

„Ich habe die Mini-Spezialisation zur Textlinguistik und Gesprächsanalyse gewählt, obwohl Linguistik an sich nicht mein Lieblingsbereich ist. Dennoch fand ich die Idee praktisch und nützlich, als Exkurs auch solche Ansätze und Praktiken kennenzulernen, die in einer bestimmten Weise doch Bezug zu Literatur und Text haben. Aktuell habe ich fast die ganze Spezialisation hinter mir, es bleibt nur noch ein Seminar zu Gesprächsanalyse bei Herrn Kappel für das letzte Semester übrig. Alle anderen Kurse wurden von Frau Dr. habil. Drewnowska geführt. Es waren verschiedene Seminare zu verschiedenen Textsorten, die im Leben eines Germanistikstudierenden eine Rolle spielen können. Pressetexte, Gebrauchstexte wie Motivationsbriefe und Reklamationen, aber auch wissenschaftliche Textsorten wurden extrem detailliert besprochen (extrem hilfreich für das Verfassen einer Seminararbeit oder Diplomarbeit zum Beispiel). Dadurch konnten wir Studierende einen weiten Überblick über diese Textsorten bekommen und auch die Kenntnisse vertiefen, solche Texte ohne jegliche Probleme schnell und authentisch verfassen zu können. Schließlich gab es auch eine Vorlesungsveranstaltung, die sich grundsätzlich mit den Textsorten der Presse beschäftigte, was an sich für ein Mitglied der GeMa-Redaktionsgruppe schon von Bedeutung ist. Ich würde jedem diese Spezialisation empfehlen, der oder die vorhat, sich mit der Produktion von Texten zu beschäftigen. Die hier erlernten Grundsätze können bei allen möglichen Schreibprozessen einen großen Vorteil bedeuten, was einem die Türe in die Arbeitswelt schon beim Vorstellungsgespräch öffnen kann.“

Monarchie-Studien (GERS6)

Kurse: Literatur der Monarchie, Kulturelles Leben in der Monarchie, Geschichte der Monarchie, Österreichisch-ungarische Beziehungen in der Monarchie

Bei dieser Mini-Spezialisation beschäftigt man sich mit der Landeskunde Österreichs und ferner mit der Geschichte der österreichischen Literatur der Jahrhundertwende und nach 1945. Außerdem werden von Frau Dr. Csilla Mihály, Frau Dr. Márta Horváth und Herrn Prof. Dr.  Károly Csúri auch kulturwissenschaftliche Kenntnisse während der Veranstaltungen angesprochen. Für Geschichts- und Kulturinteressierte eine sehr empfehlenswerte Spezialisation.

Schließlich die Meinung von Benedek Béres: béres benedek

„Ich habe die Mini-Spezialisation, die sich mit der Geschichte der Monarchie beschäftigt, gewählt. Dieses Studium beinhaltet Seminare, die sich neben der Geschichte auch mit Kultur und Literatur beschäftigen, wie zum Beispiel: Kulturelles Leben in der Monarchie oder Literatur der Monarchie. Einen Großteil des Lehrstoffes (zumindest bis jetzt) bilden die literarischen Werke aus der Zeit der Monarchie Österreich-Ungarn, also aus dem Zeitraum von 1867 bis 1918. Auch die Autoren (Ödön von Horváth, Ferdinand von Saar, Stefan Zweig etc.), deren Werke wir analysieren, lebten in diesem Jahrhundert. Als Fazit möchte ich sagen, dass ich diese Spezialisation allen empfehle, die Interesse an der Monarchieliteratur und Kultur, mit einem Überblick über die Geschichte haben. Ich persönlich bin eher historisch interessiert, aber ich interessiere mich auch für die literarische Produktion der Zeit.”

Hoffentlich konnten wir euch ein umfassendes Bild bieten. Wenn nicht, könnt ihr euch jederzeit an die Germanistikstudierenden und Dozentinnen und Dozenten des Instituts mit euren Fragen wenden.

Keine Angst, falsche Fragen gibt es nicht!

Weitere Informationen findet ihr auf der Homepage des Instituts: http://www2.arts.u-szeged.hu/german/
Bildquelle (Beitragsbild): http://www.valletta.diplo.de

 /die Redaktionsgruppe/

Der 130. Geburtstag des guten Beobachters

„Kafka-Variationen“ – unter diesem Titel fand am 8. Oktober 2013 die Eröffnung einer internationalen Programmserie in der Ervin Szabó Bibliothek in Budapest statt. Die mehrteilige Veranstaltung aus Anlass des 130. Geburtstages Franz Kafkas wurde zusammen vom österreichischen Kulturforum, dem Tschechischen Zentrum und der Ervin Szabó Bibliothek organisiert.

„Er lebte in Prag, schrieb auf Deutsch und war Mitbürger einer Monarchie mit vielen Nationalitäten. Er war Anhänger des jüdischen Theaters, ging jeden Tag zur Arbeit in eine Versicherungsgesellschaft, arbeitete in der Nacht an seinem Schreibtisch und kämpfte mit einer tödlichen Krankheit.“ – Mit diesen Gedanken eröffnete Herr Dr. Péter Fodor, der Direktor der Ervin Szabó Bibliothek die Programmserie. Im Rahmen der Landesbibliothektage wurde die aus drei Teilen bestehende Kafka-Erinnerung veranstaltet, darunter die bis zum 9.  November in der Bibliothek zugängliche „Kafka in Prag“-Ausstellung. Sie besteht aus neun Tableaus, auf denen Dokumente und Zeichnungen, Bilder seiner Familie, Zeugnisse, aber auch Zitate sein Leben darstellen. Frau Dr. Markéta Mališova, Leiterin des Prager Franz Kafka-Museums erwähnte, dass Kafka nach wie vor sehr populär sei. Er sei ein sehr guter Beobachter gewesen und konnte diese Begabung beim Schreiben nutzen wie nur wenige.kafka_eröffnung

Noch am gleichen Abend, nach der Eröffnung, wurde ein Literarischer Abend unter dem Titel „Kafkas Geheimnisse“ und der Leitung von Tamás Ungvári veranstaltet. Er führte die Anwesenden mit Hilfe von Andrea Fullajtár und János Kulka in die Welt des Schriftstellers.

Als dritter Teil der Veranstaltungsreihe fand am 9. Oktober eine internationale Konferenz auf Deutsch zum Thema „Aspekte. Zu Werk und Person Franz Kafkas“ statt. Dr. Susanne Bachfischer, die Direktorin des österreichischen Kulturforums würdigte in ihrer Rede die Wichtigkeit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Kafkas Texten und bedankte sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement. Die Szegeder Germanistik vertrat unter den Referenten Frau Dr. Csilla Mihály, die einen Vortrag mit dem Titel „Josef K.s Traum. Kafkas Erzählprinzipien in Kurzform“ hielt.kafka_mihálycs

Franz Kafka ist heute, besonders in Tschechien, eine sehr berühmte Person. Seit 2005 existiert in Prag das nach Franz Kafka benannte Zentrum oder Museum, das sich durch eine vielfältige Tätigkeit in der Pflege der Erinnerung an Kafkas Person und Werk auszeichnet. Im Museum kann sogar seine eigene Bibliothek besichtigt werden.

Das Ziel der Programmserie ist nicht nur das Erinnerung an Kafka am Leben zu halten, sondern auch die Popularisierung der Bibliotheken im Allgemeinen und deren Möglichkeiten. Trotzdem kann behauptet werden, dass dieses gemeinsame Projekt ohne Kafkas vielseitige Persönlichkeit weniger erfolgreich gewesen wäre. Ihm bescherte das Leben nicht das Allerbeste, er war auch überaus selbstkritisch, aber wenn er aus seinen eigenen Werken vorlas, kam sein Humor besonders deutlich zur Geltung, denn er lachte so sehr, dass er nicht weiterlesen konnte…

/Dalma Harcsás, Flóra Madácsy/

Weitere Informationen:

http://www.fszek.hu/konyvtaraink/kozponti_konyvtar/rendezvenyek/?article_hid=22485

Programmheft der Kafka-Tagung:

http://budapest.czechcentres.cz/_sys_/FileStorage/download/11/10666/kafka-nemet-ketlapos.pdf