Universale Germanistik

Zeitung: 2012/1

Rubrik: Germanistik

/beobachten, anhören, Meinungen äußern, Lösungen finden für Probleme/

Wenn man heutzutage das Wort „Philologe” hört, bekommt man eine gerümpfte Nase und denkt, „welch ein nichtsnutziger Sauhaufen”. In der öffentlichen Meinung herrscht die Vorstellung, dass nur jene Studierenden zur gesellschaftlichen Entwicklung beitragen können, die sich mit den Natur- oder Wirtschaftswissenschaften beschäftigen. Trotzdem ist es beruhigend, dass sich immer mehr die Tatsache bestätigt, dass auch eine Philologin oder ein Philologe fähig sind, sich in der Arbeitswelt zu behaupten. Dabei geht es nicht nur um Lehrer- und DolmetscherInnen, sondern auch um Studierende, die das BA-Studium abgeschlossen haben.

Wir haben die Veranstaltung „SZTE Őszi Állásbőrze és Mesterképzések Nyílt Napja” (Informationsveranstaltung über MA-Studien und Karriere-Chancen) aufgesucht, wo man persönlich Vertreterinnen und Vertreter von Firmen treffen und Informationen über aktuelle Stellenangebote und Praktikumsplätze bekommen kann.

Die Mitarbeiterin von „ SZTE Karrier Iroda” (SZTE Karriere-Büro) teilte uns mit, dass wir auf unsere Fragen von Headhunterfirmen und Personalvermittlungsbüros Antworten bekommen können. Die nächste Station war der Stand einer Personalberaterin, die uns dar- über informierte, dass man nicht nur als Lehrerin oder Dolmetscher Germanistikabsolventen und -absolventinnen braucht, sondern auch in den wissenschaftlichen und kommerziellen Gebieten wie z.B. als kommerzielle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder im administrativen Arbeitsbereich. Wichtig ist, dass man ein abgeschlossenes BA- oder MA-Studium haben und die Sprache der Firma möglichst perfekt beherrschen soll. In diesen Gebieten ist die Geschäftssprache natürlich Englisch, deshalb sind zusätzliche Englischkenntnisse vorteilhaft. Vielversprechend ist noch, dass man mit Fremdsprachenkenntnissen überhaupt gute Chancen hat.

Aber wie kann jemand mit einem Germanistikdiplom in einem solchen Gebiet nützlich sein? Womit kann man zum Erfolg der Firma beitragen? Auf diese Frage geben vor allem die Stichwörter im Untertitel eine Antwort. Germanistinnen und Germanisten können die Arbeitsweise der Firma beobachten und verstehen. Sie hören alles und allen zu, raten zu neuen Ideen, ihre Kreativität ist grenzenlos und sie können Probleme schnell lösen. Über diese Fähigkeiten hinaus verfügen sie über gute Sprachkenntnisse und differenzierte Kenntnisse aus dem Bereich der Kultur des Ziellandes.

Jetzt sehen wir alles mit den Augen eines so genannten Headhunters, der vorwiegend Service Center empfiehlt. Aber was sind diese Service Center? Auf diese Frage hat Laura Puszta (Pannonjob GmbH) geantwortet. In diesen Zentalen (SSC-Shared Service Center) bietet man Dienstleistungen für verschiedene „Einheiten” in der Welt (vor allem rechentechnische Unterstützung, Kundendienst, Rechnungsführung oder Kontaktpflege). In Ungarn gibt es 80 Anbieterzentren (Diageo, IBM, Exxon, Vodafone, Unisys) und sie beschäftigen 30.000 Angestellte. Pannonjob GmbH sucht ständig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gute Deutschkenntnisse haben. Man kann ihre Stellenausschreibungen auf ihrer Webseite finden: www.pannonjob.hu Sie warten auf neue Bewerbungen!

Wir hatten das Glück, mit der früheren Germanistikstudentin Gertrúd Szakál sprechen zu können, die über langjährige Erfahrung in der Arbeitswelt verfügt. Sie hat schon viele Positionen ausgefüllt und nun beruhigt sie uns, dass Germanistikstudierende gute Chancen haben, einen passenden Job zu finden. Sie hat uns noch viele Tipps gegeben, wo wir mit der Arbeitssuche anfangen können [Arbeitsamt, größere Job Portals (allas.lap.hu, profession.hu, monster.com), EURES (eures.europa.eu)]. Wir wünschen allen eine gute Arbeitssuche und ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch!

/Nikolett Rónai, Boglárka Szalma/